Die Musfallskrämer von Neroth  
Seit einigen Jahren ist es bereits Tradition, dass die Grundschule jedes Jahr ein besonderes Projekt plant und durchführt.

 

Im Schuljahr 2008/2009 kam dann die Idee auf, sich einmal genauer mit der Vergangenheit von Neroth zu beschäftigen. Was liegt da näher, als das Leben der Mausefallenhändler zum Mittelpunkt zu machen.

Zunächst wurden einige grundlegende Dinge in Unterricht besprochen. Dazu gehörten Informationen zum Leben, wie es damals war. Dabei legten wir das Gewicht vor allem auf die Situation der Kinder, die nach dem täglichen Schulunterricht noch einige Stunden mit „der Arbeit am Draht“ beschäftigt waren.

Auch die Gründe, aus denen sich die Nerother zum Bau und Verkauf von Drahtwaren und vor allem Mausefallen entschieden, wurden mit den Kindern besprochen.

Dann wurde es für die Schüler besonders spannend, denn Hedwig, Marianne und Adolf Horn besuchten uns, um uns in das Handwerk des Mausefallenbaus einzuweihen. So konnte am Ende jedes Kind seine eigene Lebendfalle in Händen halten.

Schon kurz darauf besuchten uns Hedwig und Marianne Horn noch einmal, um uns auch noch einen Einblick in die Händlersprache Jenisch zu geben – eine ganz neue Erfahrung für Kinder wie auch Lehrer. Das darauf folgende Lernen jenischer Wörter und das Bilden von Sätzen aus den erlernten Begriffen, machte großen Spaß. Es folgte auch schon bald der Besuch des Mausefallenmuseums, wo wir zusätzlich zu unseren bereits erworbenen Informationen noch weitere Erklärungen zu Herstellung und Verkauf der Fallen erhielten.

Doch damit noch nicht genug. Im Unterricht wurde alles „rund um die Maus“ besprochen, Mäusegeschichten aus aller Welt, berühmte Mäuse wie Stuart Little, Mickey Mouse oder Speedy Gonzales und verschiedene Mäusearten gehörten ebenso zum Thema, wie Mäusewitze, Sprichwörter zur Maus und das Basteln von Steinmäusen.

Letztere verkauften wir im Dorf. Mit dem erlernten jenischen Satz:
„Mer hon on der Schull Meysjer jebosselt, die mer es su von Beyes zu Beyes verkinje wolle“, verkauften die Kinder alle Exemplare und konnten einiges an Geld verdienen. Sie bekamen - bedingt durch die schlechten Wetterverhältnisse - auch gleich einen Einblick in die schweren Umstände, mit denen die Mausfallskrämer damals zu kämpfen hatten.

Den Abschluss des Projekts bildete ein Mäusefest. Im Gemeindesaal Neroth konnten sich alle Interessierten einen Einblick in die Arbeit der vergangenen Monate verschaffen, selbst gemalte Bilder und Fotos bestaunen, Steinmäuse käuflich erwerben und in kleinen Beiträgen der Kinder etwas über das Leben der Nerother zu vergangenen Zeiten erfahren.

Die Grundschule Neroth möchte sich nochmals ganz herzlich bei allen Beteiligten für die große Unterstützung bedanken! Diese Zeit wird Kindern und Lehrern noch lange in Erinnerung bleiben!
 

 


 

 


 


 


 


 


 

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Grundschule Neroth